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5G – Chancen für den Mittelstand

Der neue Kommunikaionsstandard 5G ist derzeit in aller Munde und gilt als eine der Technologien, die unser Leben und Arbeiten revolutionieren werden. Dabei wird meistens über große Anwendungsfelder in der Industrie, beispielsweise der Automatisierung von Produktionsprozessen und einer verbesserten Ausgangssituation für autonome Mobilität, gesprochen. Doch wo liegen eigentlich die größten Chancen für den deutschen Mittelstand? Um dieser Frage auf dem Grund zu gehen, lud die MIT Dresden am 22.10.2019 in die Handwerkskammer alle Interessierten zum thematischen Diskussionsabend ein.

Den Start der Veranstaltung machte der MIT Kreisvorsitzende Ingo Flemming, der den aktuellen Stand in Sachsen und Deutschland widerspiegelte und auf Chancen und Herausforderung der Technologie verwies. Beispielsweise könnte durch 5G der Fachkräftemangel abgeschwächt werden, indem „mit Hilfe von AR-Anwendungen auf Brillen bei Reparaturarbeiten Zusatzinformationen eingeblendet werden und damit Wartungstechniker vielseitiger eingesetzt werden können. Weiterhin könnten diese durch Echtzeit-Kommunikation trotzdem auf die nötige Fachkompetenz zugreifen.“, so Ingo Flemming.

Schnell kristallisierte sich heraus, dass der Dresdner Forschungsstandort führend ist und vom Handelsblatt sogar als „Speerspitze der deutschen 5G Forschung“ betitelt wird. Allein an der TU Dresden arbeiten und forschen aktuell rund 22 Professoren und 600 Forscher an diesem Thema.

Doch auch die beste Technologie bringt wenig, wenn es an der zügigen Umsetzung scheitert. Zu den aktuellen Rahmenbedingungen in Deutschland zum Ausbau der modernen Kommunikationsinfrastruktur lieferte Hartmut Fiedler, der Vorstandsvorsitzende der MUGLER AG, spannende und teils ernüchternde Einblicke. Die MUGLER AG ist ein mittelständisches Unternehmen, dass sich in den letzten Jahren zu einem führenden Dienstleister in der Telekommunikationsbranche entwickelt hat. „Deutschland verfehlt die eigenen Ziele zum Ausbau der Kommunikationsnetze leider regelmäßig.“ Nach Fiedler müssten „Hürden im Kommunikationsgesetz schleunigst abgebaut werden, um schnellere Prozesse überhaupt erst möglich zu machen.“

Im weiteren Verlauf des Abends sprach Ulrich Goedecke, Abteilungsleiter der Abteilung „Innovation und Technologie“ der Handwerkskammer Dresden, über die aktuellen Entwicklungen im Digitalen Handwerk. Die Bedarfsanforderungen sind im Handwerk verhältnismäßig hoch und so ist eine Automatisierung beispielsweise durch Robotertechnik nur möglich, wenn sich Handwerker mit den jeweiligen Roboterentwicklern zusammensetzen und regelmäßig austauschen, um auch die Anwendungsmöglichkeiten in diesem Bereich voranzutreiben.

Spannende Einsatzmöglichkeiten bieten auch sogenannte „Campus-Lösungen“. Campus-Netze sind exklusive Mobilfunknetze für ein definiertes lokales Firmenareal oder sogar einzelne Gebäude, die individuell auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten werden können. Durch den vielseitigen Einsatz, der hohen Zuverlässigkeit, den kurzen Latenzen und einer verbesserten Verfügbarkeit können automatisierte und effiziente Produktionsabläufe ermöglicht werden.

Bis zur flächendeckenden Versorgung von 5G wird wohl „noch viel Wasser die Elbe herunterfließen“, trotzdem können die sich ergebenden Chancen auch den Mittelstand positiv stimmen. Unternehmen sollten allerdings jetzt schon starten, mögliche Anwendungsfelder im eigenen Unternehmen zu identifizieren.

Für diesen erkenntnisreichen Abend möchten wir uns bei den beteiligten Referenten, Unternehmen, Interessierten und der HWK herzlich bedanken. Auch in der Zukunft wird die MIT Dresden aktuelle Trends erkennen, sich mit diesen auseinandersetzen, Unternehmer zusammenbringen und Zukunftsperspektiven aufzeigen.